Mit stolzen 1.628 m ist der sogenannte „Berg Enos“ der höchste Berg auf der größten Ionischen Insel Kefalonia. Bei gutem Wetter kann man von verschiedenen Plätzen die Nachbarinseln Zakynthos, Lefkas und Ithaka bestaunen. Obwohl bereits im Oktober schon etwas Schnee auf dem Enos liegt, wurde bislang noch kein Skigebiet erschlossen.

EnosEinmalig auf Kefalonia

Durch die dunklen Kefalonia-Tannen, die „Abies cephalonica“, die ausschließlich auf Kefalonia wachsen, wirkt der Berg äußerst dunkel. Die Venezianer nannten den Berg deshalb „Monte Nero“ (dt. Schwarzer Berg). Durch die vielen Quellen nutzt der Enos den umliegenden Orten als Wasserspeicher und ist auch als Lebensader der Insel Kefalonia bekannt. Dank den dunklen Nadelbäumen ist auch im Sommer mit angenehmen Temperaturen zu rechnen.

Die unbewaldete Gipfelregion wurde 1962 zu einem Nationalpark erklärt. Etwa im 4. Jh. v. Chr. reichten die Nadelwälder vermutlich bis zur Küste, doch einige Jahrhunderte später, etwa im 18. Jh., wurden nur mehr ca. 70 m2 von den Kefalonia-Tannen bedeckt. Dies ist jahrtausendlanger, gedankenloser Abholzung zu verdanken und die Venezianer nutzten das Holz für den Schiffsbau. Mit dem Einsatz vom englischen Gouverneur Charles Napier wurde die Abholzung gestoppt und die Erhaltung der Tannen eingeleitet, indem er 1824 die Wiederaufforstung des Enos-Gipfels veranlasste. Heute stehen die besonderen Kefalonia-Tannen unter strengem Naturschutz.

Enos mit spannender Geschichte

Im oberen Teil des Berges befindet sich noch eine militärische Anlage, mit der die NATO damals Räume des Mittelmeers kontrollierte. Die riesigen Radarschirme sind schon längst ein wenig verfallen. Die Anweisungen der Schilder, die besagen, dass das Betreten und das Fotografieren des Geländes verboten sind, sollten ernst genommen werden.

Eine Legende des Enos besagt, dass am 1. Mai 1509 ein Kopfgeld für einen großen Drachen mit Flügel ausgeschrieben wurde, der schon unzählige Schafe und Menschen gerissen haben soll. Zwei tapfere Brüder erschlugen das Tier auf dem Berg und kassierten kurz darauf ihr wohl verdientes Geld.

Viele Wege führen zum Ziel

Der Enos Berg bietet zahlreiche verschiedene Wanderrouten. Die wohl beliebteste Route fängt bei der Parkgrenze, am Eingang des Nationalparks, an und endet auf dem Gipfel des Enos Berges. Diese Strecke beträgt in etwa 6,5 km und die Dauer liegt bei rund 4 Stunden, hin und zurück. Auf jeden Fall sollte man einen Wanderführer mit sich führen, denn die Beschilderung auf dem Enos lässt zu wünschen übrig. Oben wird man von einem gigantischen Ausblick erwartet, bei dem sich die ganze Anstrengung sofort wieder vergessen lässt.

Tipps für eine Wanderung auf den Ainos Mountain:

Kugelschreiber für einen Eintrag ins Gipfelbuch,
angemessene Kleidung,
• keine Unterschätzung der Wetterumschwünge und
• es ist zu beachten, dass man den gleichen Weg wieder zurückgehen muss.

(Stand 10/2018)